[ > zurück zu den Proben ] ¬ Stimmt es, dass bleifreies Benzin kein Blei enthält? Es stimmt fast. Was das Reinheitsgebot für Bierbrauer in Deutschland, das ist die DIN EU 228 für Benzinbrauer. Darin wird festgelegt, was in Benzin hineindarf. Blei gehört nicht dazu: Unverbleite Ottokraftstoffe dürfen maximal fünf Tausendstel Gramm Blei pro Liter enthalten. Und in Wirklichkeit enthalten sie sogar noch weniger: In frisch gezapftem Benzin findet sich heute nicht einmal ein Tausendstel Gramm Blei pro Liter. Spuren von Blei gelangen zum Beispiel jedoch auch ins bleifreie Benzin, wenn es in Tankschiffen transportiert wurde, die zuvor verbleites Benzin geladen hatten. In den 60er Jahren steckte in Benzin 0,7 bis 0,8 Gramm Blei pro Liter, also über 800 Mal so viel wie heute. Die beigemischten »Bleialkyle« erhöhten damals die »Klopffestigkeit« des Treibstoffs: Sie verhinderten, dass sich das Benzin im Motor selbst entzündete. Doch das Blei vergiftet nicht nur Menschen, sondern auch Katalysatoren. Daher wird es seit 1996 durch andere Stoffe ersetzt. Vor zweihundert Jahren war Benzin ein Abfallprodukt, das bei der Destillation von Lampenöl (Petroleum) entstand. Moderner »Ottokraftstoff« dagegen besteht aus über 200 Kohlenwasserstoffen, die kaum mehr durch Destillation gewonnen werden. Man holt sie vor allem durch "Cracken" und »Reformieren« aus dem Rohöl: Die Moleküle in Öl und Rohbenzin werden so lange zerbrochen und neu zusammengebaut, bis sie denen von Benzin entsprechen. [ > zurück zu den Proben ] |